Malaga


Malaga
Ma|la|ga 〈m. 6Süßwein aus Malaga

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Mạ|la|ga, der; -s, -s:
brauner Süßwein aus Málaga.

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I
Mạ́laga
 
der, -s/-s, spanischer Likörwein, bereitet und gereift in der gleichnamigen Stadt. Um Málaga zu erhalten, werden dem Grundwein aus Pedro-Ximénez- und Muskatellertrauben (oder nur aus einer dieser Rebsorten) verschiedene, zum Teil aufgespritete Mostkonzentrate zugesetzt. Während der mindestens zweijährigen Reifung im Fass erfolgen Verschnitt und weitere Spritung; höhere Qualitäten reifen länger, und zwar im Solerasystem (ähnlich dem Sherry). Je nach Verschnitt und Reifung erhält man die verschiedenen Málagatypen von süß bis trocken, von hellgelb bis dunkelbraun, von 15 bis 23 Volumenprozent Alkohol; die wichtigsten sind Lágrima, Muskateller (Moscatel), Pedro Ximénez und Solera. - Die Rebfläche ging seit dem Reblausbefall (ab 1876) von 113 000 ha bis auf 900 ha (Anfang der 1990er-Jahre) zurück.
 
II
Mạ́laga,
 
1) Provinzhauptstadt in Andalusien, Südspanien, an der Costa del Sol, im Schutz der Betischen Kordillere (Montes de Málaga), an der Mündung des Guadalmedina, einer der ältesten und wichtigsten Mittelmeerhäfen mit Handels-, Fischerei- und Jachthafen, 528 100 Einwohner; katholischer Bischofssitz; Universität (gegründet 1972); Kunstakademie, Hochschule für Musik und für darstellende Kunst; archäologisches Museum, Museum der Schönen Künste, Volkskundemuseum, Diözesanmuseum, Picasso-Museum; Theater; Fremdenverkehrszentrum; Export von Erzeugnissen der Vega im Mündungsgebiet des Guadalhorce (Zitrusfrüchte, Zuckerrohr, Bananen), ferner von Málagawein, Baumwolle, Olivenöl sowie Bergbau- und Industrieprodukten; Import von Erdöl (Pipeline nach Puertollano-Madrid-Saragossa), asturische Kohle, Holz. Erdölraffinerie, Eisenerzverhüttung, Metallverarbeitung, Textil-, Zucker-, Chemie-, Fisch- und Fruchtkonservenfabriken; Schiffbau; internationaler Flughafen, Fährverbindungen mit Melilla, Ceuta, Tanger, Genua.
 
 
Auf einer Anhöhe die maurische Alcazaba (8.-13. Jahrhundert, heute größtenteils rekonstruiert; archäologisches und Keramikmuseum) mit Gärten und Innenhöfen im Stil der Nasriden, verbunden mit der höher gelegenen Festung Gibralfaro (787 bis ins 14. Jahrhundert). An der Westseite der Alcazaba wurden Reste eines römischen Theaters aus augusteischer Zeit freigelegt. Die dreischiffige Renaissancekathedrale (1528-1783, über ehemalige Hauptmoschee errichtet) blieb unvollendet; sie hat einen Umgangschor und Kapellenkranz. Die Kirchen El Sagrario (1488-1542, 1714 umgebaut) und Santiago el Mayor (1490-1545; der Mudéjarturm war Teil der arabischen Stadtmauer) entstanden aus ehemaligen Moscheen (in Teilen erhalten). Hauptmarkt in neomaurischem Stil über der ehemaligen arabischen Werftanlage (»Las Atarazanas«), erhalten ist ein prunkvolles maurisches Hufeisenbogentor (13. Jahrhundert). - An der Plaza de la Merced befindet sich das Geburtshaus P. Picassos. 1996 stiftete Christine Ruiz Picasso, Schwiegertochter Picassos, der Regionalregierung von Andalusien 138 Werke des Künstlers aus allen Epochen, die den Grundstock der Sammlung des Picasso-Museums bilden, das künftig seinen Sitz im modernisierten Buenavista-Palast (um 1520 erbaut) haben wird; die Modernisierung soll bis Ende 1999 abgeschlossen sein. - Zur Zeit der Nasriden hatte Málaga eine bedeutende Produktion von Lüsterfayence mit Gold- und Blaumalerei.
 
 
Auf iberischem Siedlungsboden gründeten die Phöniker ihre Handelskolonie Malaca; nahebei errichteten die Griechen Mainạke. Die Karthager befestigten Málaga. Nach 202 n. Chr. wurde es zur römischen Kolonie Malacitanum. 571-711 war Málaga westgotisch. Unter der Araberherrschaft (711- 1487) erlebte es seine größte kulturelle und wirtschaftliche Blüte (im 11. Jahrhundert Taifa-Hauptstadt); nach Vertreibung der letzten Mauren (1614) verlor es an Bedeutung bis zum 18./19. Jahrhundert; 1931 zerstörten die Republikaner in Málaga 43 historisch bedeutende Kirchen und Klöster, weitere Schäden erlitt die Stadt im Spanischen Bürgerkrieg; danach setzte der Wiederaufbau in weitgehend modernem Stil ein.
 
 
 2) Provinz in Andalusien, Südspanien, 7 276 km2, 1,24 Mio. Einwohner; liegt in der Betischen Kordillere, die auf langer Strecke unmittelbar ans Mittelmeer tritt und nur schmale Küstenebenen aufweist. Hauptwirtschaftszweige sind der Fremdenverkehr an der Costa del Sol (mit zunehmender Küstenverbauung) und die Landwirtschaft, die trotz abnehmender Nutzflächen durch moderne Techniken (Gewächshäuser, Untersandkulturen) auf bewässerten Anbaustreifen und Deltas steigende Erträge erzielt bei Zitrusfrüchten, Frühgemüse, Tomaten, Melonen, Zuckerrohr, Bananen, Baumwolle, Kaffeesträuchern; in trockeneren Arealen Anbau von Muskatellertrauben. Die Provinz ist bis auf die Stadt Málaga industriearm.
 

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Mạ|la|ga, der; -s, -s: brauner Süßwein aus Málaga.

Universal-Lexikon. 2012.

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